Liebes Tagebuch, es ist Reisezeit

Stralsund ist wunderbar. Ganz hervorragend lässt die Stadt sich ignorieren, ein Glück für den, der der Arbeit wegen da ist und mit Freude von Welterbe und Ozeaneum unbeleckt nur den Stadtwald kennen lernen muss und das Musikerviertel und schließlich wieder fährt, Richtung Greifswald. Und dann nach Schwerin – und dann nach Rostock, Neuhof, Schwerin. … Vollständigen Beitrag lesenLiebes Tagebuch, es ist Reisezeit

Blick in ein Hörfunkstudio

Zu viel gewollt: Wie ein Podcast wurde, wie er nun ist

Am schlimmsten ist es bei Themen, die ich schon lange im Blick habe, da wurstelt sich dann im Kopf so eine Idee zusammen, die viel zu groß ist, als dass sie in 30 Minuten passen könnte. Zu wenig konkret? Na gut:

In der Sendung sollte es um Inklusion und Barrierefreiheit gehen, und darum, dass wir auf dem Weg dahin mehr stolpern, verharren, Irrwege gehen, als dass wir wirklich vorankommen. Mich beschäftigt das seit fast 20 Jahren – solange kenne ich das System der so genannten Behindertenhilfe und jeder, der es kennt, weiß: so wie es ist, ist es nicht gut. Das Problem: es ist auf so vielen Ebenen nicht gut. … Vollständigen Beitrag lesenZu viel gewollt: Wie ein Podcast wurde, wie er nun ist

Moderiert: Wo Insekten das 19. Jahrhundert schmeckt

Auf der Bodensee-Insel Reichenau steht Welterbe. Mit Wandmalereien, deren älteste Schichten aus dem 10. Jahrhundert stammen. Es gibt aber auch Übermalungen und Ergänzungen aus dem 14. und aus dem 19. Jahrhundert. Und jetzt kommts: Experten haben nach – für ihre Zeit – revolutionären Untersuchungen in den 80er Jahren mit Akribie weiter geforscht – Luftfeuchtigkeit, Staubzusammensetzung, Luftqualität, es gibt wenig, was die Denkmalschützer da nicht in jedem einzelnen Moment messen, kontrollieren und auswerten. Und dabei haben sie unter anderem herausgefunden, dass Insekten, für das bloße Auge unsichtbar, an den Farben nagen. Undzwar nicht an denen aus dem 10. Jahrhundert, nicht an denen aus dem 14. – nur die Schichten aus dem 19. schmecken den Viechern.

Woher ich das weiß? Ich habe meine erste Online-Konferenz moderiert. Zwei Tage lang, für die VDL, die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger. Und das war echt eine große Nummer. … Vollständigen Beitrag lesenModeriert: Wo Insekten das 19. Jahrhundert schmeckt

Gelesen: Steffen Dobbert – #Heimatsuche

Steffen Dobbert ist zurückgekehrt. Nach Mecklenburg-Vorpommern. Und ich weiß nicht, ob ich eigennützig mich freuen soll, oder ob es nicht fairer wäre, ihm das erste Lied des neue Danger-Dan-Albums vorzuspielen, in Dauerschleife. „Lauf davon, lauf davon, lauf davon… Lauf davon, bevor sie dich bekommen…“ Nachdem ich sein Buch gelesen habe, tendiere ich zu Danger Dan und dem Lied mit der Klavierbegleitung. Aber das gibt sich wieder. Read on, my dear… … Vollständigen Beitrag lesenGelesen: Steffen Dobbert – #Heimatsuche

Die Lüge in der Kommunalpolitik: Von Kompromissen, Kaffee und Kuchen

Was die Kommunalpolitik betrifft, bin ich lange nicht müde geworden zu betonen, dass hier, im Kleinen, die Demokratie lebendig ist. Leute streiten im Ehrenamt redlich und offen darum, was für das kleine Fleckchen Erde, auf dem sie leben, das Beste ist. Und im Streit gehts um die Sache und danach gibts Kompromisse, Kaffee und Kuchen.

Ich hätte die Zeichen deuten sollen. Das hätte meinen Optimismus etwas gedämpft. Zwar hilft gegen gedämpften Optimismus gute Musik – aber erstmal kräftig Wasser in den Wein. … Vollständigen Beitrag lesenDie Lüge in der Kommunalpolitik: Von Kompromissen, Kaffee und Kuchen

Vaddern hat ein altes Foto wiedergefunden

Ich kann ja mit dem Vatertag wenig anfangen – aber heute passt es mal. Mein Vater hat mich vor zwei Tagen in seinen penibel aufgeräumten Keller gebeten und sehr, sehr, sehr beiläufig eine Tüte aus der Ecke geholt. Die hat er mir in die Hand gedrückt – fast ohne einen Blick. „Da sind auch noch ein Haufen Negative… musste wissen, ob du die haben willst, sonst haue ich die jetzt weg…“, hat er gesagt. Und jetzt liegen hier: ein Stapel Fotos, eine russische Filmkamera, ein russischer Fotoapparat und zwei massive Knipsen aus DDR-Produktion. Die Negative gibts beim nächsten Besuch. Ach, Vaddern. Es gibt noch viel zu bereden… … Vollständigen Beitrag lesenVaddern hat ein altes Foto wiedergefunden

Perspektive wechseln: Leidmedien und Die Neue Norm

Zu wenig nachgedacht, auf Teufel komm raus schnell gesendet, Vorurteile reproduziert, Klischees bedient – im unpassendsten Kontext. Was für ein Mist. Menschen mit Behinderung werden umgebracht und die Kollegen beim rbb und anderen Medien scheitern unschön.

Aber das soll hier gar nicht der Punkt sein. Ich will hier gar nicht auf den RBB schimpfen, obwohl die Aktion echt ein dicker Hund ist. Mir gehts mehr um die Vorgeschichte solcher Fehler in der Berichterstattung und die steckt ja in unseren Köpfen.

Es ist nämlich wirklich so dämlich wie wahr, auch ich kenne das gut, dass Menschen so hart arbeiten müssen, um die eigenen Prägungen zu korrigieren: In meiner Welt als Kind zum Beispiel gab es kaum Menschen mit Behinderung. Und wenn es sie gab, dann in irgendeinem Abseits – in Wohnheimen, in Werkstätten, begleitet von Betreuern, oder eben medial dargestellt in dieser „guck-mal-was-der-kann-obwohl“-Attitüde. Den ganzen Ballast muss man erstmal loswerden. Hab auch ich noch nicht geschafft, fürchte ich.

Ein Anfang könnte sein, mal was anderes zu lesen: Deshalb hier drei kleine Empfehlungen zum Weiterdenken: Die Neue Norm – das Magazin für Disability Mainstreaming, das Internetprojekt leidmedien.de und der Aktivist Raul Krauthausen. … Vollständigen Beitrag lesenPerspektive wechseln: Leidmedien und Die Neue Norm

Landratswahlkampf in Nordwestmecklenburg: Die Kuschelgruppe

Das dürfte einzigartig sein: im Wahlkampf um den Landratsposten im Kreis Nordwestmecklenburg waren und sind sich drei einig. Die Bewerber von CDU, Piraten und der Partei Die Linke demonstrieren auf Social Media immer und immer wieder Nähe, verweisen auf Gespräche bei netten Treffen – am Tag vor der Wahl gehen sie gemeinsam live auf Instagram. … Vollständigen Beitrag lesenLandratswahlkampf in Nordwestmecklenburg: Die Kuschelgruppe

Zu Gast im Podcast „Da muss ich erstmal hindenken“

Es ist 23 Uhr, die Ohren: heiß, Druckstellen hinter den Brillenbügeln… von den Kopfhörern. Drei Stunden Fehler beheben… hab ich übernommen, weil ich mit meinen technischen Kapriolen Unordnung in die technische Struktur der Gastgeber gebracht habe. Also: Fehler korrigieren. Technische Fehler. Und auf den Ohren immer ich… ich über Podcasts, als Medium an sich, aus Hörer-, aus Autorensicht, ich über früher (TM), ich über die Schauspieler und ihre Videos, ich über die Medien, ich über Talkshowinszenierungen, ich über Lanz und Will, ich darüber, wie die Welt sein könnte, wie ich sie gerne hätte, ich: alles etwas rosarot, ich: alles vorgetragen mit Verve. Drei Stunden Fehler beheben. Vorspulen, genau hinhören, einen Schnitt setzen, die Stimmen um eine Millisekunde verschieben. Lautstärke anpassen. Immer wieder. Kompressor? Mh… EQ? Mh… Drei Stunden. Was redet der Mann da?

Plötzlich – die Ohren sind heiß und die Arbeit ist getan – entspinnt sich auf meinen Schultern ein Gespräch: … Vollständigen Beitrag lesenZu Gast im Podcast „Da muss ich erstmal hindenken“

Vergeudete Energie: Übermedien und Katapult im Clinch

Ich hab mir echt das ganze Interview angehört und es ist lang. Ein Interview, das nicht zur Veröffentlichung gedacht war und dann doch veröffentlich wurde. Als Beweisstück soll es nun herhalten, dafür, dass einer Recht hat und der andere nicht. Doch es zeigt vielmehr eine seltsame Seite des Medienjournalismus: zwei, die eben noch ein intensives Gespräch, ein wirklich tiefes Gespräch geführt haben, gehen kurz danach aufeinander los. Mit Leberhaken und Anspucken. (Linkliste am Ende des Textes)

Doch von vorn. … Vollständigen Beitrag lesenVergeudete Energie: Übermedien und Katapult im Clinch